Trotz der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bleibt Bargeld in Deutschland weiterhin eine wichtige Zahlungsmethode. Eine aktuelle Umfrage zeigt sogar, dass immer mehr Menschen Bargeld gegenüber Kartenzahlungen bevorzugen.
Eine repräsentative Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass Bargeld für viele Verbraucher nach wie vor die bevorzugte Zahlungsart ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bargeld im Alltag der Deutschen weiterhin eine bedeutende Rolle spielt.
Umfrageergebnis: 73 Prozent der Deutschen bevorzugen Bargeld
Eine YouGov-Umfrage unter 2.000 Erwachsenen in Deutschland ergab, dass 73 Prozent der Befragten lieber mit Bargeld bezahlen als mit Karte.
Im Vergleich zum Jahr 2024 ist der Anteil der Bargeldbefürworter sogar um vier Prozentpunkte gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass Bargeldzahlungen in Deutschland aktuell wieder an Beliebtheit gewinnen.
Für viele Verbraucher stehen dabei Kontrolle über Ausgaben, Datenschutz und einfache Handhabung im Vordergrund.
Vergleich mit anderen europäischen Ländern
Auch in anderen deutschsprachigen Ländern bleibt Bargeld eine wichtige Zahlungsmethode.
- Österreich: 71 % bevorzugen Bargeld
- Schweiz: 61 % bevorzugen Bargeld
In einigen weiteren europäischen Ländern ist Bargeld ebenfalls noch weit verbreitet:
- Irland: 51 %
- Frankreich: 51 %
- Niederlande: 46 %
Trotz dieser Werte zeigen Studien, dass Bargeld in vielen dieser Länder im täglichen Zahlungsverkehr insgesamt seltener genutzt wird.
Skandinavische Länder nutzen Bargeld am wenigsten
Während Bargeld in Deutschland weiterhin stark verbreitet ist, sieht die Situation in Skandinavien deutlich anders aus.
- Finnland: 42 % bevorzugen Bargeld
- Dänemark: 32 %
- Schweden: 25 %
Besonders auffällig ist Schweden: 27 % der Befragten gaben an, niemals Bargeld zu verwenden. In Deutschland hingegen liegt dieser Anteil bei lediglich 2 %, was die weiterhin hohe Bedeutung von Bargeld im Land unterstreicht.
Selbstbedienungskassen verändern den Einzelhandel
Parallel zur wachsenden Beliebtheit von Bargeld nimmt jedoch auch die Zahl der Selbstbedienungskassen ohne Bargeldoption zu.
Daten des EHI Retail Institute zeigen, dass sich die Zahl solcher Kassen in den vergangenen Jahren stark erhöht hat.
- 2023: etwa 16.000 Selbstbedienungskassen von insgesamt 71.000 Kassen
- 2025: bereits 38.650 Selbstbedienungskassen
Viele dieser Systeme akzeptieren ausschließlich Kartenzahlungen oder mobile Zahlungsmethoden, wodurch Bargeld teilweise ausgeschlossen wird.
Verbraucherschützer warnen vor Einschränkungen
Die Verbraucherzentrale Bundesverband äußerte Anfang 2026 Bedenken über diese Entwicklung.
Nach Ansicht der Verbraucherschützer könnte die sinkende Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen, bestimmte Bevölkerungsgruppen benachteiligen, darunter:
- ältere Menschen
- Kinder und Jugendliche
- Personen ohne Bankkonto oder digitale Zahlungsmittel
Bargeld sei daher wichtig, um gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Leben zu gewährleisten.
Bargeld weiterhin fast überall akzeptiert
Eine Studie der Deutsche Bundesbank, bei der 2.000 Geschäfte in Deutschland untersucht wurden, zeigt jedoch, dass Bargeld weiterhin sehr verbreitet ist.
In 98,7 % der Fälle können Kunden weiterhin bar bezahlen.
Dennoch fordert der Verbraucherschutz, dass die Politik Maßnahmen ergreift, um die Bargeldakzeptanz langfristig zu sichern.
Eine mögliche Lösung wäre laut Experten die Einführung einer Mindestquote für Bargeldzahlungsmöglichkeiten, etwa bei:
- Ticketautomaten
- Selbstbedienungskassen
- bedienten Kassen in Geschäften
Fazit
Obwohl digitale Zahlungsmethoden immer weiter verbreitet sind, bleibt Bargeld in Deutschland ein zentraler Bestandteil des Zahlungsverkehrs. Die aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, dass sogar mehr Menschen als zuvor Bargeld bevorzugen.
Gleichzeitig verändert die zunehmende Verbreitung von Selbstbedienungskassen ohne Bargeldoption den Einzelhandel. Verbraucherorganisationen warnen daher vor möglichen Einschränkungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen.
Um die Wahlfreiheit der Verbraucher zu erhalten, fordern Experten politische Maßnahmen, die sicherstellen, dass Bargeld auch in Zukunft als Zahlungsmittel verfügbar bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Laut einer YouGov-Umfrage bevorzugen 73 % der Erwachsenen in Deutschland Bargeld gegenüber Kartenzahlungen.
Nein. Die aktuelle Umfrage zeigt sogar, dass die Beliebtheit von Bargeld leicht gestiegen ist.
Vor allem Skandinavische Länder wie Schweden, Dänemark und Finnland nutzen Bargeld deutlich seltener.
